Neu in Mix-Shows? Mach das wofür man dich gebucht hat!

Comedians werden nur aus einem einzigen Grund gebucht: sie sind lustig!

Für Booker und Veranstalter ist das das einzige Kriterium.
Funktioniert die Person und Ihre Comedy in meiner Show?
Danach kommt die Anfrage oder eben die Zusage, falls sich Comedians für meine Show beworben haben.

Bedeutet: Du hast aufgrund deiner Videos, Presse, Bilder oder natürlich auch Empfehlungen einen Spot ergattert.

Bedeutet weiter: Man erwartet von dir, dass du genau das zur Show mitbringst!

Große Bühne mit Mikro für eine Comedy Show (Veranstalter)


Wie man sich am besten bewirbt, vor allem für bezahlte Show, habe ich dir ja bereits in diesem Artikel ausführlicher beschrieben.

Du bist nicht mehr auf der Spielwiese!


Die 15-25 Minuten in einer Mix-Show ist dein Destillat aus hunderten Stunden des Testens bei Open Mics. Du hast jetzt die Spielwiese verlassen und musst das liefern, was funktioniert. Damit hast du dich ja auch beworben!

Es klingt eigentlich logisch und doch habe ich oft erlebt, dass frische Comedians unsicher werden und sogar kurzfristig oder sogar im Set fatal falsch entscheiden.

Die Gründe für die Unsicherheit liegen auf der Hand. Ein Wechsel in die Mix-Shows bedeutet auch oft ein Wechsel der Publikumsstruktur.
Größere Zuschauerzahlen, kein „Nischen-Publikum“ und das Alter ist in der Regel auch durchschnittlich höher und hat mehr für die Karte gezahlt.

Man schließt daraus auch direkt eine gesteigerte Erwartungshaltung der Leute.
Ich erkläre gleich, warum das eine unnötige Angst ist.

Auch im Backstage ändert sich einiges: neue, erfahrene Kollegen, die den Zirkus gut kennen und vielleicht schon Shows für den Veranstalter gespielt haben, als du noch dachtest, Punchline ist ein Ringseil beim Boxen.

Nicht selten gibt es einen Headliner, für den sicher ein Teil der Zuschauer da ist.

 
Vor dir können in der Show dann Kollegen auftreten, die schon mal sehr gut abreißen – mit Themen, die du noch nicht mal streifen wirst.

Die typischen 2 Fehler

Das alles kann einen schon zweifeln lassen. Am eigenen Material und am eigenen selbst.
Was folgt, sind dann Fehler wie:

  1. Das Set wird angepasst und man springt auf ein Thema, das am Abend schon gut bei anderen funktionierte – mit nicht fertigem Material.
  2. Crowdwork
  3. Beides!

Du kennst dein starkes Material am besten und hast dich auf den Auftritt vorbereitet. Jetzt das Pferd zu wechseln, das du bis jetzt lieb gestreichelt hast, aber nie geritten bist, ist falsch.

Ich habe Newcomer und auch schon erfahrenere Comedians gesehen, die sich mit Crowdwork retten wollten, weil es nicht lief. In bestimmten Situationen kann das zumindest kurzzeitig helfen, um die Leute wieder auf Spur zu bekommen, aber einige verlieren sich darin und haben am Ende die Leute doch nicht ganz gekriegt und nur einen Bruchteil ihres Materials gespielt.
Bei Open Mics kann das eventuell noch klappen, bei bezahlten Mix-Shows meist nicht.

Siehe oben: Dafür wurdest du nicht gebucht!

Warum es absolut richtig ist „durchzuziehen“

Fangen wir mit dem Publikum an: Vielleicht sind es mehr und die wenigsten haben deinen „Background“ oder dein Alter und sicher ist das Ticket etwas teurer.
Sieh das als Vorteil!
Du bist mit deinen Gags die Abwechslung für die Leute, du bist der frische Wind – auch sprachlich. Vielleicht musst du dich hier etwas anpassen, mehr erklären. Aber auch nur so lernst du dein Material für alle zugänglich zu machen. Im besten Fall spielst du sogar damit und nimmt die Leute auf deine „Erfahrungsreise“ für dein Material.

Außerdem sehe ich es als Veranstalter von Comedyshows so, dass man sein Publikum auch etwas fordern darf. Neue Themen, andere Attitüden, frische Gedanken – auch darauf lassen sich die Leute gerne ein.
Eine gute Moderation ist auch dafür da, die Leute darauf vorzubereiten.
Im besten Fall hebst du dich von den anderen im Line-up ab, wenn du nicht mit Gags über das Alter kommst. 😉


Neulich erst passiert…

Ich habe es kürzlich erst bei einer jungen Kollegin erlebt, sie sich nicht sicher war, ob ein bestimmtes Thema beim (großteilig älteren) Publikum ankommen würde. Schließlich wollte sie es probieren und ich habe sie darin bestärkt.

Siehe da, die Leute haben gut reagiert und die Kollegin war heilfroh, durchgezogen zu haben. Hätte sie das Thema rausgelassen, würde ihr dieses positive Feedback jetzt fehlen.

Und wenn du erfahrene Kollegen bei Mix-Shows siehst, die abreißen, dann nimm das als Ansporn und schau, was du davon für dich zur Verbesserung mitnehmen kannst.
Bei einer Mix-Show werden nie alle gleich abschneiden, es soll für alle was dabei sein.

Hier musst du letztlich auch dem Booker/Veranstalter vertrauen.
Die sollten wissen, wie ihr Publikum drauf ist und ob sie Comedians mit bestimmten Themen oder Stilen buchen können. Wir machen uns ja auch Gedanken, wer zusammenpasst und die beste Unterhaltung für unsere Zuschauer bietet. 🙂

Und auch wenn es dann nicht so wie gewünscht zündet: dann beginnt die Arbeit. Schaue, wie dein Material beim nächsten Mal besser ankommen kann, arbeite am Wording oder baue kurze Erklärungen ein (am besten auch mit Gags) um ein „anderes“ Publikum mitzunehmen. Der Schlüssel ist fast immer das Setup!

FAZIT:


Bringe das auf die Bühne, was Veranstalter von dir kennen und in deshalb in ihrer Show sehen wollen!
Lass dich von anderen Eindrücken einer Mix-Show nicht ablenken und drifte nicht in halb-fertiges oder Crowdwork ab.

Ziehe das durch, was du dir vorgenommen und erarbeitet hast, hier bist du am sichersten. Das Publikum ist toleranter und flexibler, als wir oft denken. (Altersunabhängig!)
Egal, wie der Auftritt war: Analysiere ehrlich und nimm alles mit für weitere Auftritte.

Mach´s einfach witzig - Mehr Humor für Texte und Vorträge, Buchvorstellung

www.mario-siegesmund.de

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert