Auch wer „nur“ schreibt muss unbedingt auf die Bühne!

Stift auf Notizblock

Kann ja sein, dass du dir denkst: “Ich habe so viele witzige Sachen zu schreiben, aber ich will um Himmels Willen nicht auf eine Bühne!”

Das kann man natürlich verstehen, z.B. wenn die Bühnenangst einfach zu groß ist und wie bei einigen leider Angst -und Panikattacken auslöst. Dann muss man sich der Bühne nicht unbedingt aussetzen.

Allen anderen, auf die das nicht zutrifft und die unbedingt Fuß fassen wollen als Gag-Lieferanten, vor allem für Live-KünstlerInnen, ist hoffentlich folgendes klar:

Was du auf der Bühne lernst, das lernst du nur auf der Bühne!

Ist nun mal so.

Du kannst sehr viel Talent haben und wirklich gute und lustige Sachen schreiben, aber als jemand, die oder der diese Sachen dann auf der Bühne performt, holst du immer noch mehr Prozentpunkte raus und lernst was aus deinen Ideen werden kann und welche Mechaniken dafür wirken.

Wenn du dieses Feelings schon hast und gleich in deine Gags, Bits oder Sketche einbauen kannst, die du anderen anbietest,  umso besser wird das Ergebnis. 

Allein das Gefühl sich, auf der Bühne zu bewegen, dem Publikum gegenüber zu stehen, damit zu spielen, zu reagieren, das Timing zu finden, ein Act out für den größeren Lacher parat zu haben, die Energie zu nutzen, die dir aus dem Dunkeln entgegenschlägt – und das sind nur ein paar Puzzleteile eines Auftritts.
Diese Sinne schärfst du leider nicht am Schreibtisch.

Das Publikum ist der beste Lehrmeister

Vielleicht ist es nicht unbedingt notwendig, sich mit allen Wassern zu waschen, aber es hilft, schon mal ordentlich nass geworden zu sein, wenn du für andere schreiben willst.

Ein paar ordentliche Runden “auf der Weide”, Höhepunkte und Tiefen, einige sehr unterschiedliche Bühnen und alle Farben der Publikumsreaktionen solltest du schon erlebt haben, um sich in andere für einen Gag hineinzuversetzen.

Außerdem lernt man so auch, wie sich Material entwickelt, weil einem das Publikum dabei hilft.
Das alles fließt in neue Gags ein und lässt einen in der Regel von Grund auf viel bewusster und selbstbewusster Schreiben. Das direkte Feedback von 50,60 oder hundert Leuten die lachen ist Gold wert und zeigt dir sofort, was du richtig machst – oder eben auch was nicht. 

Auch wenn es viel Überwindung kostet und vielleicht sogar körperliche Schmerzen, du solltest es “live” ausprobieren und eine gewisse Zeit durchziehen.

Es wird dir in jedem Fall nicht schaden, wenn du deine Gags dann an andere Performer weitergibst – egal ob BühnenkünstlerInnen, RadiomoderatorInnen, TV-Comedians, SchauspielerInnen, etc.

Fazit

Wer alle Seiten kennen will, muss sich auch mal vor die Leute stellen und aushalten, was man im stillen so verzapft hat. Am besten holt man sich dann beides: halbtaube Ohren vom Lachen der Leute und den Tritt in die Magengrube durch eisiges Schweigen. Beides hilft dir, die Balance zu finden und dich in ein Publikum zu versetzen. Und ein wenig „Stallgeruch“ schadet ganz und gar nicht, wenn du vor hast, für andere zu schreiben.

Warst du schon auf der Bühne oder planst du es? Hier habe ich eine Liste von Shows, bei denen du Erfahrungen sammeln kannst.

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