Wirst du es schreiben, wird´s bleiben – Notiere deine Ideen!

Schreibmaschine

Ich meine, das wirst du doch sicherlich schon tun, deine Gags und Ideen notieren.
Tust du doch, oder?

Oder?

Wenn ja, dann verrate ich dir weiter unten, wie du den Billy-Wilder-Fehler vermeiden kannst…

Falls nicht, mach hier bitte eine Pause und besorgen dir schnellstens ein Notizbuch oder tackere meinetwegen ein paar leere Blätter zusammen, auf die du ab jetzt ALLE deine Gag-Ideen notierst.

Okay? Gut! Ich warte hier…

Natürlich kannst du auch die Sprachmemo-App deines Handys vollquatschen. Manche Comedians haben sogar eine sehr einseitige, aber lustige WhatsApp-Gruppe dafür – mit sich selbst…
Hauptsache, du “sicherst” irgendwie deine guten Gedanken.

Und damit meine ich Gedanken, bei denen du das Gefühl hast, sie sind witzig oder schon direkt ein Gag oder bei denen du Potenzial für Gags siehst. Also erstmal alles, worüber du als erstes lachst.

Mein Musiker-Ich war recht erfolgreich der Meinung, dass gute Melodien von alleine “wiederkommen” und meist taten sie das auch – sonst hätte ich immer jede beliebige Akkordfolge notieren können.

Mein Comedy-Ich zückt sofort den Stift, wenn mir etwas einfällt oder ich etwas höre, dass sich lustig und selbst erdacht anfühlt. Manchmal wird mit etwas nachdenken sofort etwas daraus, oft eher nicht. Manchmal wird später etwas draus, wenn ich es mit einer anderen Sache zusammenführe. Oft passiert das, wenn ich was mache: meine Notizbücher durchblättern, richtig!


„Nur“ der Gag alleine reicht meist nicht!

Wie oft sind mir tolle Punchlines durch die Hirnlappen geflutscht und ich konnte sie nicht notieren – oder viel zu spät und dann war die Hälfte des Gags weg – immer die lustige natürlich.

Deshalb habe ich immer Notizbuch und Stift mit und wenn nicht, dann wird ins Handy gequatscht. 

Wichtig dabei ist auch, dass du dir deine Idee und vor allem die Punchline so genau wie möglich notierst oder diktierst – und zwar genau in den Worten, wie sie dich zum lachen gebracht haben! Oft ist es nämlich gerade das Wording, das den Gag ausmacht und das muss genau so reproduziert werden. 

Dazu kannst du auch noch eine Art Regieanweisung dazu schreiben, ein Gefühl oder schon ein Act out, dass du genau so dabei gemacht hast und das die Wirkung für dich noch verstärkte. Versuche den Moment, der dich zum Lachen brachte in Wort und Tat festzuhalten, damit du ihn vielleicht Tage oder Wochen später noch nachvollziehen kannst. Notiere also nicht nur den Gag, sondern auch die Idee dahinter.
Schließlich lassen sich für diese Idee sicher auch noch mehr Punchlines finden.

Mach´s einfach witzig - Tutorial für mehr Humor


Vermeide den Billy-Wilder-Fehler!

Schließlich soll es dir nicht so gehen, wie dem großen Filmregisseur Billy Wilder, der in den 50ern und 60ern die besten Hollywood-Komödien wie “Manche mögen´s heiß” gedreht hat.

Dieser hatte ebenfalls immer was zum Schreiben für seine Einfälle parat – sogar am Nachttisch, weil er sogar seine guten Träume festhalten wollte.

Als es eines Nachts wieder einmal soweit war, notierte Wilder schlaftrunken seine wunderbare Idee aufs Papier und schlief selig weiter. Am Morgen erwachte er in dem Bewusstsein, dass ihm der Schlaf wieder einmal einen tolle Gedanken zugespielt hatte und besah sich seinen Notizblock.
Dort stand sehr undeutlich geschmiert: 

“Mann trifft Frau…”

Ich denke, du verstehst, warum du deine Ideen so genau wie möglich notieren solltest. 

Meine Helfer:
Oberste – Roadbook für Gag-Ideen,
Mittleres – Setbook für gespielte Sets,
Unterstes – Gedankenfunken und Themen,
aus denen später was werden kann.

Außerdem solltest du dir nicht nur fertige Gags sichern, sondern vielleicht auch Themen, über die du noch unbedingt Gags machen möchtest und warum. 

So hast du immer einen Anhaltspunkt zum Arbeiten.

Fazit

Das Notizbuch oder Handy sollte dein bester Freund werden. Gewöhne dir an, lustige Ideen oder Formulierungen zu notieren. Das ist dein Backup für neue Gags. Versuche die Essenz deines Gedankens schon so deutlich wie möglich zu formulieren. Dann wirst du auch Wochen später noch über die Idee lachen und dich nicht fragen: „Was fand ich jetzt an dem Gedanken lustig?“


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