3 perfekte „Warm up“ Übungen zum Gagschreiben

Schreibmaschine

Schreiben, vor allem regelmäßiges Schreiben, ist DIE Grundlage für Comedy.

Leute, die diesem Blog folgen, werden das von mir bereits gelesen haben. 🙂

Dabei ist nicht unbedingt gemeint, dass du stundenlang Sätze in den Computer hackst oder Notizbücher vollschreiben musst.
Auch das Notieren einfacher Ideen gehört natürlich dazu. Wie du das am besten machst, habe ich dir bereits in diesem Artikel erklärt.

Schreiben sollte für dich werden wie joggen, zum Beispiel. 

Was machst du, bevor du deine Laufrunde angehst? Genau, du wärmst dich auf.
Deine Muskeln, Sehnen, dein Kreislauf wird angeregt und vorbereitet, für das, was jetzt passieren wird.

Warum machst du das nicht auch für dein Schreiben?

Gerade, wenn man sich vornimmt, regelmäßig etwas zu Papier zu bringen (und das solltest du am Anfang tun), kann es sein, dass einem die Idee oder die Motivation fehlt.

Ein kurzes “Warm schreiben” vor dem eigentlichen Gag schreiben hilft nicht nur fließend in die Arbeit zu kommen, sondern auch dabei, bessere Gags zu finden.

Ich habe drei sehr gute Übungen für so ein Warm up, die ich dir vorstellen möchte.

Du kannst sie einzeln nutzen oder auch kombinieren.

Übung 1: Schreibe Irgendwas

Ja, richtig gelesen. In dieser Übung geht es einfach erstmal nur darum, den mechanischen Vorgang des Schreibens an Tastatur oder Stift anzustoßen.

Sie eignet sich also besten für den Fall, dass du gerade keine griffige Idee hast, an der du werkeln kannst.
Vielleicht kennst du das Sprichwort “Der Appetit kommt beim Essen”. 

So ähnlich funktioniert dieses Prinzip.

Dazu schreibst du auf, was dir gerade einfällt, einfach drauflos.

Wenn dir absolut nix einfällt, hier ein paar Anregungen:

  • schreibe, was dir am Vortag passiert ist.
  • schreibe einen Liedtext aus dem Gedächtnis auf 
  • schreibe eine Szene aus deinem Lieblingsfilm auf
  • schreibe deine Gedanken zu der blödesten Sache auf, die zuletzt passierte
  • schreibe ein Bit anderer KünstlerInnen auf, das du magst

Zu guter Letzt kannst du sogar irgendwas einfach abschreiben, wie eine Spam Mail oder die AGB von Facebook (sehr interessant übrigens) – hauptsache du schreibst!

Mit mehr Übung wird nach immer kürzerer Zeit sicher deine Gag-Maschine übernehmen und entweder ein Thema für dich aufmachen oder etwas aus dem Geschriebenen verarbeiten.

Und schon bist du wieder im Game.

Übung 2: Spiel mit den Worten

Wenn du schon ein Thema, einen Gegenstand, Person etc. für Gags oder ein Bit im Auge hast, dann kannst du dich erstmal nur wörtlich damit auseinandersetzen. Das machst du mit allen Wortspielen, die dir dazu einfallen.

Dazu gehören:

  • Reime
  • Sprichworte
  • geflügelte Worte
  • Assoziationen
  • Wortdrehungen
  • missverständliche Aussagen 

Durch dieses “äußerliche” Herantasten ergeben sich dann schnell inhaltliche Ankerpunkte, an denen man sich festbeißen kann, um Gags zu entwickeln. 

Überlege zum Beispiel mal, wie oft du oder andere etwas lustig fanden, weil man sich verhört hatte. Auch das spielt hier mit rein.
Allein die Prämisse des “Verhörers” schiebt das Thema in einen anderen Zusammenhang und kann damit witzige „Reibung“ erzeugen. 

Übung 3: Werde persönlich

Wenn du ein Thema (und vielleicht auch schon eine Prämisse und/oder Gags) hast, dann schreibe alle persönlichen Punkte auf, die dich damit verbinden.

Dazu zählen:

  • Erlebnisse (für Comedy am besten die negativen)
  • Erinnerungen (Vorteile/Nachteile)
  • Dinge, die du von anderen darüber gehört hast
  • Vorstellungen, die du darüber hast 

So wirst du das Thema viel weiter aufmachen und mehr Anhaltspunkte für Gags finden.

Noch wichtiger ist aber: durch die persönliche Note wirst du eher auf andere, neue Sichtweisen kommen.
Das ist gerade bei allgemeineren Themen wichtig. Du willst ja nicht die gleichen Gags wie alle anderen machen.

Je persönlicher du ein Thema behandeln kannst, desto persönlicher und unverwechselbarer sind deine Gags darüber. 

Vor allem, wenn du ein krasses Erlebnis (Storytelling!) verbindest oder eine andere Haltung (Point of View) zu einem Thema hast als andere. Die Begründest du dann lustig mit deinem Erfahrungen.  

Zusatztipp: Gerade bei den Übungen 2 und 3 ist es wichtig, dass du dich nicht zurückhältst. 

Schreibe wirklich alles auf, was dir einfällt. In dieser Warm up Phase muss noch nichts lustig sein, was du notierst. Verschwende nicht eine Sekunde dabei schon mit der Suche nach Gags! 

Dieser Schritt kommt später beim Sortieren und Editieren.

Dabei wirst du sehen, dass dir ein Warm up viel mehr Ideen beschert als das Herumkauen auf halben Punchlines.

Probiere es gerne einmal aus und berichte mir von deinen Erfahrungen!

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